Das Herz – der sensible Motor des Lebens

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Krankheiten erkennen, vorbeugen, beseitigen

Das Herz, so glaubte man noch bis weit in das Mittelalter, ist das Zentrum des Menschen: Sitz der Seele und der Gefühle, Quel­le von Lebenskraft, Durchset­zungsvermögen und Mut. Erst 1616 erkannte der briti­sche Anatom William Harvey die wahre Funktion des Herzens: Seine Veröffentlichung über die Pumpe, die das Blut durch die Adern presst, erschütterte das damalige Weltbild dermaßen, dass das Buch sofort verboten wurde. Mittlerweile sieht man den Motor des Lebens weit weniger mystisch. Die Kardiologie gehört mit zu den am weitesten fort­ge­schrittenen Zweigen der Medizin und somit das von ihr be­treute „Zentralorgan“ zu den am besten erforschten überhaupt.

Mit der minimalen Kraft von 0,0027 PS pumpt der etwa 400 Gramm schwere Motor täglich rund 15.000 Liter Blut durch ein Adersystem von insgesamt mehr als 90.000 Kilometer Länge. Im Durchschnitt 70mal pro Minute presst der Herzmuskel mit einem Druck von 55 Gramm das Blut aus der linken Herzkam­mer in den Kreislauf, das dabei auf eine Fließgeschwindigkeit von über einem Stundenkilometer beschleu­nigt wird. Rechnet man die Ar­beitsleistung eines Tages zusam­men, würde diese Kraft ausrei­chen, um einen vollbeladenen Güterwaggon einen Meter hochzuhe­ben.

Im Laufe eines Daseins kommen knapp drei Milliarden Schläge zusammen. Als eines der ersten Organe beginnt das Herz seine Tätigkeit bereits ab dem 21. Tag nach der Befruchtung und schuf­tet bis zur letzten Sekunde des Lebens – ohne Pause.

Manchmal kann es zwar passieren, dass es „stolpert“ und Herz­rhythmusstörungen den Menschen in Angst und Panik versetzen – in den meisten Fällen springt es aber von selbst wieder an. Schuld daran sind überwiegend nervöse Störungen, häufig ver­ursacht durch unbewältigte seelische Probleme. Schlimm wird es, wenn Herz­stillstand eintritt und kein Blut mehr durch die Adern ge­pumpt wird. Eine Unterversorgung der Gehirnzellen mit lebenswich­tigem Sauerstoff führt bereits nach drei Minuten zu ihrem Ab­sterben. Der Tod ist die Folge.

Beim Herzinfarkt ist eine ver­minderte Blutversorgung des Herzmus­kels selbst die Ursache. Kalkartige Ablagerungen, hervor­gerufen durch fette Ernährung, zu wenig Bewegung und zu viel Nikotinge­nuss, verengen die Gefäße bis zum vollständigen Verschluss. Oder ein Blutgerinnsel aus anderen Körperregionen wird angeschwemmt und legt sich wie ein Deckel über die Öffnungen der Adern. In beiden Fällen wird der Blutstrom unterbrochen, Gewebe des Herz­muskels stirbt ab, die Pumpe bleibt stehen.

Untersuchungen zu­folge äußern sich die ersten An­zeichen eines Infarkts meistens schon zwei Wochen zuvor – werden von den Betroffenen aber nur selten beachtet. Das sind – ähnlich wie beim Infarkt selbst – ziehende oder bohrende Schmerzen in Bereich der Brust, der Arme und der Luftröhre. Hinzu kommen Schweißausbrüche, Angstzustände oder Übel­keit.

Erste Anzeichen einer Unter­versorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff ist die Herzenge – auch Angina pec­toris genannt. Sind die Adern um mehr als zwei Drittel verengt, treten Schmerzen in der Brust und manchmal auch Atemnot auf. Dann ist es fünf vor zwölf – das Herz schreit nach Sauerstoff.

 

Noch allerdings ist es nicht zu spät, um Gegenmaßnahmen zu er­greifen.

h Sofort mit dem Rauchen aufhören. Bereits nach zwei Jahren ist das Risiko wieder auf dem Stand von Nichtrauchern.

h Übergewicht abbauen und auf tierische Fette weitgehend ver­zichten. Bewusstes Essen könnte jeden 6. Infarkt verhindern.

h Blutdruck regelmäßig kon­trollieren und überhöhte Werte behandeln lassen.

h Auf ausreichend Bewegung an frischer Luft achten. Sport, falls bereits Herzbeschwerden aufgetreten sind, nur nach Rück­sprache mit dem Arzt treiben.

h Stress – beruflich wie auch privat – abbauen und in Zukunft meiden.

 

Vorsicht: Männer unter 50, die plötz­lich über Rückenschmer­zen klagen, leiden häufig unter Ver­kalkung und Verengung der Herzkranz­gefäße. Das ergab eine Langzeit-Studie von Wissen­schaftlern im finnischen Kuopio an 3684 Männern. Die Ärzte nehmen an, dass parallel zu den Herzkranzgefäßen auch Gefäße im Bereich der Lenden­wirbelsäule betroffen sind und deshalb die Schmerzen auftre­ten.

 

So stärkt die Apotheke der Natur das Herz

 

h Knoblauch-Weinbrand: Schälen Sie 200 Gramm Knoblauch, hacken Sie ihn mit einem Messer möglichst klein oder pressen Sie ihn und geben Sie ihn dann auf einen ¾ Liter Wein­brand. Lassen Sie die Flasche unter gelegentlichem Aufschütteln für zwei Wochen an einem warmen Platz in der Wohnung ste­hen, dann abseihen. Täglich 15 Tropfen Knoblauch-Weinbrand mit einem halben Glas Warmem Wasser eingenommen schützen vor Gefäßablagerungen, kräftigen das Herz und senken erhöhten Blutdruck.

h Olivenblätter-Tee: Die gesunde und Herz-Kreislauf-Krank­heiten vorbeugende Wirkung von Olivenöl ist be­kannt. Nicht so sehr verbreitet ist die An­wendung der Oliven­blätter. In ihnen sind Pflanzenfarbstoffe enthalten, so­genannte Flavonoide, die gegen hohen Blutdruck wirken und das Herz stär­ken. Zwei Teile getrocknete Olivenblätter mit jeweils ei­nem Teil Weißdorn- und Mistel­blätter vermischen. Einen gehäuften Esslöffel mit sie­dendem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen, abseihen und mit Honig gesüßt täglich eine Tasse davon trinken.

h Weißdorntee und –tinktur: Crataegus- und Chlorogensäure, Farbstoffe, ätherisches Öl und eine Reihe anderer, hochwirksa­mer Biosubstanzen machen Weißdorn zu einer bewährten Heil­pflanze gegen Herz-Kreislauf-Beschwerden und Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen. Weißdorn lindert zum einen die Sym­ptome, wenn sie bereits aufgetreten sind, eignet sich aber auch bestens zur Vorbeugung von Herzleiden. Für den Tee einen Esslöffel Weißdorn mit einem Viertelliter heißem Wasser über­gießen, 20 Minuten ziehen lassen, abseihen und drei Tassen täg­lich trinken. Zur Herstellung der Tinktur werden fünf Esslöffel Weißdorn auf einen Viertelliter klaren, 60-prozentigen Alkohol gegeben. Unter täglichem Aufschütteln fünf Tage stehen lassen, dann abseihen. Dreimal täglich 20 Tropfen der Tinktur mit et­was lauwarmem Wasser oder auf einem Esslöffel Zucker ein­nehmen.

h Kohlauflagen: Heiße Auflagen aus Weißkohl gelten in der Naturmedizin als stärkend für einen geschwächten oder überan­strengten Herzmuskel, sollten allerdings nicht bei erhöhtem Blutdruck angewandt werden. Für Kohlblätter­auflagen werden die zarten In­nen­blätter eines Kohlkopfs un­ter fließendem Was­ser abge­spült, die astähnlichen Mittelrip­pen herausgeschnitten und die Blätter an­schließend auf ei­nem Holzbrett mit einem Nudel­holz vor­sichtig ge­quetscht, bis der Saft beginnt hervorzutreten. Die­sen „Kohl­brei“ dann mit etwas heißem Wasser verdünnen, auf den Brustkorb auftragen und anschließend mit einem großen Baum­woll- oder Leinentuch umwickeln. Zwei Stunden einwir­ken las­sen, dann abnehmen und mit warmem Wasser den Ober­körper wa­schen.

h Lavendelblütentee oder -bad: Bei nervösen Herzbeschwerden wirkt Lavendel beruhigend und stabilisierend. Für den Tee einen Esslöffel Lavendelblüten mit einem Viertelliter heißem Wasser übergießen, fünf Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Am besten abends vor dem Schlafengehen trinken, bei Bedarf auch noch mittags eine Tasse. Für das Lavendelblütenbad können Sie auf eine Badewanne zehn Tropfen Lavendelöl geben. Oder Sie übergießen sechs Esslöffel Lavendelblüten mit einem Liter heißem Wasser, lassen die Mischung zehn Minuten ziehen und geben Sie dann nach dem Abseihen auf ein Vollbad.

h Neroli-Honig: Gegen Überanstrengung und Herzklopfen ätherisches Neroliöl in Honig aufgelöst. Rühren Sie ei­nen Teelöffel Honig in ein halbes Glas lauwarmes Was­ser, geben Sie zwei Tropfen Neroliöl dazu und trinken Sie diese Menge jeweils mittags zum Essen und abends vor dem Schla­fengehen.

 

Der besondere Tipp: Herzwein gegen das schwache Herz

Waschen und zerschneiden Sie zwei Bund Petersilie und geben Sie sie auf einen ¾ Liter herben Weißwein. Fügen Sie noch drei Esslöffel Apfelessig dazu und erhitzen Sie die Mischung bis knapp unter den Siedepunkt. Es sollten sich noch keine Blasen bilden. Dann zehn Minuten bei kleiner Hitze ziehen lassen, ab­seihen und nach dem Abkühlen auf unter 40 Grad Celsius 300 Gramm mög­lichst naturbelassenen Honig darin auflösen. Nehmen Sie von dem Herzwein morgens nach dem Aufstehen und abends vor dem Schlafengehen jeweils drei Teelöffel mit einem Glas lau­warmem Wasser ein.

 

CEVAP VER

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